Rheinauhafen – zwischen Luxus und Kreativität
Die Innenarchitektin Gabriela Grassmann lebt seit Februar 2007 im Siebengebirge. Dort arbeitet sie als freie Konzeptionerin für Live-Kommunikation. Besprechungen ihrer eventcentrale hält sie gerne an einem Tisch in den umliegenden Restaurants ab. Hier wie dort profitiert sie von der Freiheit und Dynamik, die das Leben am Fluss im Allgemeinen mit sich bringt. Und im Speziellen?

Veruschka Linden (VL), Redaktionsleiterin des Rheinauhafen-Portals: Gabriela, was hat dich von Hannover nach Köln verschlagen?
Gabriela Grassmann (GG): Das erste Mal hatte ich im Rheinauhafen bereits Ende der 90er Jahre zu tun, als ich während meines Innenarchitektur-Studiums mit Schwerpunkt medialer Raumgestaltung ein Praktikum bei einem Kölner Requisiteur machte, der dort sein Büro hatte. Schon damals hat es mir hier gut gefallen und ich bin täglich an den alten Gebäude entlang spaziert. Auch das hat die Entscheidung leicht gemacht, als Live-Kommunikations-Spezialistin in die Design- und Medienstadt Köln zu ziehen. Dass mich meine Wohnungssuche schließlich in den Rheinauhafen geführt hat, war eher Zufall.
VL: Was schätzt du an deinem aktuellen Wohn- und Arbeitsort besonders?
GG: Ganz klar das multisensuale Erlebnis des Wassers. Der Geruch, die Weite, die Dynamik, das Licht, die Luft – das alles inspiriert mich und meine Arbeit als Kreative, denn auch dabei geht es um die Ansprache aller Sinne. Meine Liebe zum Wasser resultiert aus meiner Kindheit im Norden, von Hannover aus bin ich mit meiner Familie oft an die Ostsee gefahren.
VL: Wie erlebst du die Nachbarschaft in Kölns neuestem In-Viertel?
GG: So wie mich damals das karnevalistische Treiben etwas überrascht hat, hat mich auch die Hilfsbereitschaft der Kölner überrascht: Am ersten Tag meines Umzugs erklärte meine Nachbarin sich prompt bereit, mich beim Kistenschleppen zu unterstützen. Und hinterher haben wir in großer Runde einen Espresso bei ihr getrunken. Inzwischen sind wir gut befreundet! Darüber hinaus würde ich das Miteinander als ‚herzlich-distanziert‘ im besten Sinne beschreiben. Besonders im Sommer war gut zu beobachten, wie bei Wein und Brot auf diversen Treppen am Rhein nachbarschaftliche Beziehungen gepflegt wurden. Die meisten mir bekannten Anwohner sind Nicht-Kölner; da wir alle neu sind in dieser Stadt, besteht ein besonderer Wunsch, sich zu vernetzen und auszutauschen, was meines Erachtens unter anderem auch die Größe der XING-Gruppe Rheinauhafen erklärt.
VL: Du arbeitest auch für viele überregionale Kunden. Ist der Rheinauhafen für die schon ein Begriff?
GG: Für die Düsseldorfer natürlich schon – für meine Kunden im Süddeutschen eher weniger. Wenn sie dann jedoch einmal hier sind und wir uns in einem der Restaurants treffen, sind alle von der Location mit Rheinblick begeistert. Auf den Außenterrassen lässt es sich übrigens sehr gut kreativ arbeiten!
VL: Im Moment verbinden die Kölner mit dem Rheinauhafen vor allem Luxus. Was sagst du dazu?
GG: Ich persönlich kann hier prima wohnen und arbeiten – und das zählt für mich. Darüber hinaus würde ich mir wünschen, dass man mit dem Rheinauhafen – ähnlich dem Düsseldorfer Hafen – mehr Kreativität verbindet. Auch der Aspekt mediterraner Lebensqualität könnte für mich bei der Gestaltung der Marke Rheinauhafen eine Rolle spielen.
VL: Auf deinen Vorschlag hin haben wir uns am Leuchtturm auf dem Elisabeth-Treskow-Platz getroffen. Hat dieser für dich eine besondere Bedeutung?
GG: Der Leuchtturm setzt ein Zeichen, da er thematisch einen direkten Bezug zum Hafen und seiner Historie hat – und zudem Treffpunkt ist und Menschen zum Dialog anregt. Er steht genau an der Stelle, wo Ubierring und Rhein aufeinandertreffen und nutzt die Symbolik von Rot und Grün als Signalfarben in der Schifffahrt. Dreht sich die Tafel auf dem 23 Meter hohen Mast im Wind, blitzt sie auf. Wir haben uns hier getroffen weil es ein Orientierungspunkt ist, den nicht viele kennen – du bis heute ja auch nicht, oder Veruschka? Zeitgenössische Kunst wie dieser Leuchtturm des Kölner Künstlers Lutz Fritsch ist im Rheinauhafen nicht allzu oft zu sehen. Mehr dieser starken Impulse am Rhein wären toll - unabhängig davon, ob Sie mir persönlich gefallen oder nicht. Denn wie sagte Max Ernst schon treffend: "Kunst hat mit Geschmack nichts zu tun. Kunst ist nicht da, dass man sie ‚schmecke‘." Wie wäre es also zur Art Cologne mit einem erweiterten, öffentlichen Open-Air-Ausstellungsbereich hier am Rhein? Das würde ich im Übrigen gerne inszenieren, wenn sich ein Sponsor oder Partner dafür fände!
VL: Wo siehst du den Rheinauhafen in fünf Jahren?
GG: Ich hoffe sehr, dass er nicht zum Stillstand kommt, sondern in Bewegung bleibt, Junges fördert und offen für Kunst und Kultur bleibt. Ich denke, die Voraussetzungen dafür sind vorhanden.
VL: Was sollte sich ein Besucher unbedingt anschauen oder erleben, der das erste Mal in den Rheinauhafen kommt?
GG: Er sollte sich das sensibel sanierte Siebengebirge anschauen und in seiner Historie stöbern, den Elisabeth-Treskow-Platz und seinen Leuchtturm, er sollte unbedingt Kaffee und den genialen belgischen Kuchen im Kap am Südkai genießen sowie eine Führung von der Architektin Ana Maria Bermejo. Auch das von Frau Gatermann gestaltete Kontor 19 mit seiner reflektierenden Fassade ist sehenswert. Ach, im Rheinauhafen kann man sich einiges anschauen. Und gut und abwechslungsreich leben – den Fluss immer im Blick als Symbol für Dynamik und Entwicklung.
VL: Danke für das gelungene Schlusswort – und das informative und nette Gespräch!
Gabriela Grassmann (GG): Das erste Mal hatte ich im Rheinauhafen bereits Ende der 90er Jahre zu tun, als ich während meines Innenarchitektur-Studiums mit Schwerpunkt medialer Raumgestaltung ein Praktikum bei einem Kölner Requisiteur machte, der dort sein Büro hatte. Schon damals hat es mir hier gut gefallen und ich bin täglich an den alten Gebäude entlang spaziert. Auch das hat die Entscheidung leicht gemacht, als Live-Kommunikations-Spezialistin in die Design- und Medienstadt Köln zu ziehen. Dass mich meine Wohnungssuche schließlich in den Rheinauhafen geführt hat, war eher Zufall.
VL: Was schätzt du an deinem aktuellen Wohn- und Arbeitsort besonders?
GG: Ganz klar das multisensuale Erlebnis des Wassers. Der Geruch, die Weite, die Dynamik, das Licht, die Luft – das alles inspiriert mich und meine Arbeit als Kreative, denn auch dabei geht es um die Ansprache aller Sinne. Meine Liebe zum Wasser resultiert aus meiner Kindheit im Norden, von Hannover aus bin ich mit meiner Familie oft an die Ostsee gefahren.
VL: Wie erlebst du die Nachbarschaft in Kölns neuestem In-Viertel?
GG: So wie mich damals das karnevalistische Treiben etwas überrascht hat, hat mich auch die Hilfsbereitschaft der Kölner überrascht: Am ersten Tag meines Umzugs erklärte meine Nachbarin sich prompt bereit, mich beim Kistenschleppen zu unterstützen. Und hinterher haben wir in großer Runde einen Espresso bei ihr getrunken. Inzwischen sind wir gut befreundet! Darüber hinaus würde ich das Miteinander als ‚herzlich-distanziert‘ im besten Sinne beschreiben. Besonders im Sommer war gut zu beobachten, wie bei Wein und Brot auf diversen Treppen am Rhein nachbarschaftliche Beziehungen gepflegt wurden. Die meisten mir bekannten Anwohner sind Nicht-Kölner; da wir alle neu sind in dieser Stadt, besteht ein besonderer Wunsch, sich zu vernetzen und auszutauschen, was meines Erachtens unter anderem auch die Größe der XING-Gruppe Rheinauhafen erklärt.
VL: Du arbeitest auch für viele überregionale Kunden. Ist der Rheinauhafen für die schon ein Begriff?
GG: Für die Düsseldorfer natürlich schon – für meine Kunden im Süddeutschen eher weniger. Wenn sie dann jedoch einmal hier sind und wir uns in einem der Restaurants treffen, sind alle von der Location mit Rheinblick begeistert. Auf den Außenterrassen lässt es sich übrigens sehr gut kreativ arbeiten!
VL: Im Moment verbinden die Kölner mit dem Rheinauhafen vor allem Luxus. Was sagst du dazu?
GG: Ich persönlich kann hier prima wohnen und arbeiten – und das zählt für mich. Darüber hinaus würde ich mir wünschen, dass man mit dem Rheinauhafen – ähnlich dem Düsseldorfer Hafen – mehr Kreativität verbindet. Auch der Aspekt mediterraner Lebensqualität könnte für mich bei der Gestaltung der Marke Rheinauhafen eine Rolle spielen.
VL: Auf deinen Vorschlag hin haben wir uns am Leuchtturm auf dem Elisabeth-Treskow-Platz getroffen. Hat dieser für dich eine besondere Bedeutung?
GG: Der Leuchtturm setzt ein Zeichen, da er thematisch einen direkten Bezug zum Hafen und seiner Historie hat – und zudem Treffpunkt ist und Menschen zum Dialog anregt. Er steht genau an der Stelle, wo Ubierring und Rhein aufeinandertreffen und nutzt die Symbolik von Rot und Grün als Signalfarben in der Schifffahrt. Dreht sich die Tafel auf dem 23 Meter hohen Mast im Wind, blitzt sie auf. Wir haben uns hier getroffen weil es ein Orientierungspunkt ist, den nicht viele kennen – du bis heute ja auch nicht, oder Veruschka? Zeitgenössische Kunst wie dieser Leuchtturm des Kölner Künstlers Lutz Fritsch ist im Rheinauhafen nicht allzu oft zu sehen. Mehr dieser starken Impulse am Rhein wären toll - unabhängig davon, ob Sie mir persönlich gefallen oder nicht. Denn wie sagte Max Ernst schon treffend: "Kunst hat mit Geschmack nichts zu tun. Kunst ist nicht da, dass man sie ‚schmecke‘." Wie wäre es also zur Art Cologne mit einem erweiterten, öffentlichen Open-Air-Ausstellungsbereich hier am Rhein? Das würde ich im Übrigen gerne inszenieren, wenn sich ein Sponsor oder Partner dafür fände!
VL: Wo siehst du den Rheinauhafen in fünf Jahren?
GG: Ich hoffe sehr, dass er nicht zum Stillstand kommt, sondern in Bewegung bleibt, Junges fördert und offen für Kunst und Kultur bleibt. Ich denke, die Voraussetzungen dafür sind vorhanden.
VL: Was sollte sich ein Besucher unbedingt anschauen oder erleben, der das erste Mal in den Rheinauhafen kommt?
GG: Er sollte sich das sensibel sanierte Siebengebirge anschauen und in seiner Historie stöbern, den Elisabeth-Treskow-Platz und seinen Leuchtturm, er sollte unbedingt Kaffee und den genialen belgischen Kuchen im Kap am Südkai genießen sowie eine Führung von der Architektin Ana Maria Bermejo. Auch das von Frau Gatermann gestaltete Kontor 19 mit seiner reflektierenden Fassade ist sehenswert. Ach, im Rheinauhafen kann man sich einiges anschauen. Und gut und abwechslungsreich leben – den Fluss immer im Blick als Symbol für Dynamik und Entwicklung.
VL: Danke für das gelungene Schlusswort – und das informative und nette Gespräch!











